akcja wolne przewodnictwo


Aktion Freie Fremdenführung - Dokumentation,  Medienarbeit und Lobbying

Krakau, den 26. 02. 2012

"Das polnische Justizministerium hat eine Liste vorbereitet, welche mehr als 100 Berufe beinhaltet, die nicht mehr reguliert sein sollen. Um welche Berufe es sich konkret handelt, wurde vorerst nicht bekanntgegeben. Die Liste ist als eine Reaktion auf das Exposé von Premierminister Tusk zu sehen, welcher die Deregulierung zu einer der wichtigsten Aufgaben des neuen Justizministers machte. Der neue Justizminister sprach in diesem Zusammenhang von einer großen Herausforderung und vom Vertrauen in die freie Marktwirtschaft. Freiheit sei besser als eine Reglementierung, so der Justizminister." Quelle...>

Unofiziell wurde jedoch mehrmals erwähnt, das auch "Reiseleiter" und "Reisebetreuer" nicht mehr reguliert oder reglementiert werden, damit wird die rechtliche Situation gleich wie in Deutschland oder Schweiz, und das unten (im März 2010) beschriebene Problem soll völlig gelöst werden.

Die Pläne von "Deregulierung" haben aber sofort eine heftige Protestwelle in der Branche augelöst. Protestieren vor allem Reiseleitern, Stadtführern usw. die seine Privilegien verlieren können. Protestiert aber auch die Tourismuskammer ITRP, wo einige Incoming-Reiseveranstaltern Mitglieder sind, die die Dienstleistungen auf deutschem Reisemarkt anbieten.

Ich finde es nützlich zu nennen, welche Firmem u.a. gegen die positive Reform der Vorschriften stehen:

Aus Warschau:

Dudek Travel
Entre-Tour
Jointex
Travpol
Trakt

Aus Krakau und Südpolen:

Cracow Tours
Eko-Tourist
Jan Pol
Marco der Pole
Grupa "Trip"


Aktualisierung 28.02: Offenbar der Protestbrief  wurde nicht mit allen Mitglieder konsultiert! Ich bekomme erste Stellungnahmen von Reisebüros, die mit dem Vorstand der Tourismuskammer nicht mitstimmen. Sofern jemand mir klar scheibt, dass er nicht gegen sondern für die Deregulierung des Reiseleiter-Berufes in Polen steht - wird von o.g. Liste gestrichen und ind dir "Weiße Liste" eingetragt. Bisweilen sind es...  

Weiße Liste:

Marco der Pole

Maciej Zimowski, der Koordinator.
Kontakt:  akcja@wolnezawody.org
Handy + 48 604 446233

Aus unserem Archiv:

Mach mit!

Bleib nicht stumm!
Aktion gegen unsinnige Reiseleiter-Vorschriften in Polen

ITB-Berlin, 10 März 2010

Jeder Veranstalter von Gruppenreisen in Polen hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die sonst nur in korrupten und bürokratischen Staaten vorkommen.  

Das Reiserecht bezüglich Fremdenführung ist kompliziert und absurd. In Deutschland kennt man Schikanen aus Italien oder Griechenland. Nach der Wende 1990 war der Beruf des Reiseleiters in Polen zunächst frei von unsinnigen Vorschriften, genauso wie in Deutschland. 1997 hat die damals regierende SLD-Regierung jedoch alte Vorschriften aus sozialistischer Zeit wiederbelebt. Mit der Unterscheidung zwischen "Reisebetreuer" und "Reiseleiter" wurde den Reiseleitern das Recht genommen, über die Sehenswürdigkeiten auf der Tour selbst zu sprechen. Stattdessen muss ein örtlicher, lizenzierter Reiseleiter oder Stadtbilderklärer engagiert werden. Erschwert wird dies durch zahlreiche territoriale Grenzen und eine absurde Bürokratie. Ein Reiseveranstalter riskiert ein empfindliches Bußgeld, wenn sein Reiseleiter in einem Nationalpark oder einer Stadt seiner Gruppe etwas erklärt.


Das dürfen nur örtliche Kräfte, die selbstverständlich zusätzlich honoriert werden müssen. Diese Regelung öffnet dem lokalen Klüngel Tür und Tor. Eine Abschaffung wäre ein wichtiger Schritt gegen kommunale Korruption. Die Schulungen, um in einem Gebiet Gruppen führen zu dürfen, dauern Monate und sind dabei sehr langweilig und teuer. Eine Qualitätsverbesserung wird dadurch nicht erreicht, im Gegenteil: In der Praxis muss man oft einen schlechten Strohmann bezahlen, während der eigene erfahrene Reiseleier schweigen muss.

Wir sind der Auffassung, dass diese Marktzutrittsbeschränkung ein Verstoß gegen die Berufs- und Gewerbefreiheit nach europäischem Recht ist.
 
In Kürze soll das unsinnige Reiseleitergesetz vom polnischen Parlament erneuert und dabei sogar noch restriktiver und absurder formuliert werden. Deshalb ist jetzt die Zeit gekommen, heftig dagegen zu protestieren, damit es nicht so weit kommt.

Seit zwei Jahren betreibe ich die "Akcja Wolne Przewodnictwo"  (Aktion Freie Fremdenführung - Dokumentation,  Medienarbeit und Lobbying). Im Internet sind wir präsent unter der Adresse www.wolnezawody.org (wolne zawody = Freie Berufe), es gibt auch eine deutsche Version.

Aktiv reagieren:
  • Ich bitte jeden deutschen Veranstalter, der Gruppen nach Polen bringt und die polnischen Vorschriften als Hindernis empfindet, einen Brief zu schreiben, wie das in Deutschland geregelt ist und wie wichtig die Berufsfreiheit für einen modernen und vielfältigen Reisemarkt ist.         
  • Wenn Sie selbst schon einmal Probleme mit Kontrollen und Korruption in Polen erlebt haben, bitten wir Sie, darüber zu berichten. Das ist wichtig für unsere Öffentlichkeitsarbeit um zu verdeutlichen wie sehr Polen als Reiseziel unter Bürokratie und Korruption leidet.
  • Wenn Sie in Polen auf solche Probleme stoßen, können Sie mich jederzeit anrufen. Ich kann Ihnen rechtliche Hilfe leisten und z.B. Journalisten über die Angelegenheit informieren.Mittelfristig benötigen wir einen klagefähigen Präzedenzfall, damit ein Gericht die Unvereinbarkeit der Restriktionen im polnischen Reiserecht mit den in der Verfassung verankerten Freiheiten feststellt.

Maciej Zimowski, Koordinator
Bin auf ITB bis Freitag 12.03. Mittag

Kontakt:  akcja@wolnezawody.org
Handy + 48 604 446233


Siehe auch: Interview mit Gerd Hesse, DNV-Tours: